Ausstellungen 2014

Michael Zeno Diemer

Der Maler Michael Zeno Diemer (1867-1939).
Landschaft, Historie Technik.
6.6.2014 - 2.11.2014


Die drei bedeutendsten kulturhistorischen Museen des Landkreises: Oberammergau Museum, Werdenfels Museum und Geigenbaumuseum Mittenwald zeigen dieses Jahr eine gemeinsame Ausstellung über den Maler Michael Zeno Diemer (1867-1939). Das Oberammergau Museum wird einen Überblick über das Gesamtwerk präsentieren, das Werdenfels Museum vor allem Berg- und Technikbilder (Seilbahnen, Wasserkraftnutzung) der Region ausstellen und das Geigenbaumuseum wird den Schwerpunkt auf das druckgraphische Werk legen.
Zu der Ausstellung erscheint ein ausführlicher von der Ernst von Siemens Kunststiftung finanzierter Katalog.

Heute ist Diemer weitestgehend nur noch als Maler des Riesenrundgemäldes "Die Schlacht am Bergisel" bekannt. Zu seinen Lebzeiten war er dagegen ein sehr erfolgreicher und äußerst vielseitiger Maler. Er hat ein eindrucksvolles und umfangreiches Lebenswerk hinterlassen.

Nach seiner künstlerischen Ausbildung, u.a. bei Maler Hans Zwink in Oberammergau und später auf der Akademie der Bildenden Künste in München spezialisierte Diemer sich auf die Landschaftsmalerei. Bereits in den 1890er Jahren etablierte er sich als erfolgreicher Bergmaler. Seit 1895 entstanden dann große Schlachtenpanoramen, die seinen Ruf festigten. Seit 1900 nahm er regelmäßig an den Kreuzfahrten der HAPAG in das Nordmeer oder den Mittelmeerraum teil und fertigte Skizzen und Aquarelle an, die als Grundlage für Aufträge durch die Mitreisenden dienten. Seine zahlreichen Marinebilder hängen auch heute noch in vielen internationalen Museen.

Seit 1906 malte er Technik- und Wissenschaftsbilder für das Deutsche Museum in München: großformatige Ölbilder die häufig auch als Postkarten oder Lithografien vermarktet wurden. Über diese Arbeit lernte er Graf Zeppelin kennen und setzte im folgenden sein Faszination für Luftschiffe in zahlreichen Darstellungen um. Diemer beteiligte sich über mehrere Jahre an den großen Jahresausstellungen im Münchner Glaspalast. Neben der Zusammenarbeit mit Kunsthändlern, in deren Auftrag er Ölbilder und Aquarelle für Privatkunden -  größtenteils Landschaftsdarstellungen und Seestücke - malte, enwarf er u.a. Schulwandbilder, fertigte Reliefkarten und Zeichnungen für Zeitungen und Zeitschriften.

Michael Zeno Diemer lebte und arbeitete in Oberammergau und in München - wenn er nicht gerade reiste. Mit seiner Ehefrau Hermine, der Tochter der Schriftstellerin Wilhelmine von Hillern, hatte er sieben Kinder. Neben seiner Tätigkeit als Maler komponierte er, schrieb Theaterstücke und spielte Geige in mehreren Ensembles.


Diemer hat seine Motive häufig wiederholt, variiert und in verschiedenen Malweisen, Formaten und für den Druck umgesetzt. Die Ausstellung im Geigenbaumuseum untersucht diese verschiedenen Ebenen und zeigt vor allem die Vielfältigkeit seiner künstlerischen Arbeit. Ölbilder, Gouachen, Aquarelle, Grisailles, Plakate, Reliefkarten, Buch- und Zeitschriftenillustrationen sowie Postkarten verdeutlichen die enorme Vielseitigkeit dieses Auftragsmalers - der mit seinen Bildern den Zeitgenossen ferne Landschaften nach Hause brachte und für uns zu einem Chronisten seiner Zeit geworden ist.

  • Bilder Michael Zeno Diemer


Das Geigenbaumuseum Mittenwald zeigt regelmäßig interessante Sonderausstellungen zu musikhistorischen und kunst- und kulturgeschichtlichen Themen, die inhaltlich im Zusammenhang mit Mittenwald und der Region stehen.